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Sprachassistenten – Spione im Wohnzimmer?

„Wir versehen nur eine sehr geringe Auswahl an Alexa-Sprachaufnahmen mit Kommentaren, um das Kundenerlebnis zu verbessern“, so Amazon gegenüber dem Finanzdienst Bloomberg. Diese kurze Nachricht zeigt wieder einmal, es ist Vorsicht angebracht im Umgang mit den Helferlein Alexa, Siri, Google oder wie sie sonst heißen. Steuern mit Spracheingabe ist schon toll. Nicht die Spracheingabe ist das Problem, das Problem ist, dass die Sprachassistenten permanent mit dem Internet verbunden sind und permanent mithören. Eigentlich klar, wie sollten sie denn sonst das „Einschalt“-Wort verstehen können? Auch weiß ich nicht, wann sie aktiv senden und wann nicht. Die Firewall hilft mir auch nicht, da die Kommunikation ja vom „sicheren“ Wohnzimmer ins Internet geht und dies ja gewünscht ist – nur eben nicht immer. Dass ein unsichtbarer Mithörer stetig mit dabei ist, das wollen wir doch eigentlich nicht. Kameras an PCs kleben wir ja deshalb ab. Also gezielt ein-/ausschalten. So einfach ist das nicht. Das Gerät ist erst ausgeschaltet, wenn es wirklich stromlos ist, das heißt: Stromkabel raus und eventuelle Pufferbatterien entladen oder ausbauen. Es liegt doch auf der Hand, dass Amazon, Google, Apple oder Microsoft und andere die Daten analysieren müssen, dass sie die Qualität der Unterhaltung zum Wohl des Kunden stetig verbessern und z.B. erkennen, wo fälschlicherweise ein Einschaltwort gesprochen wurde. Die Entscheidung liegt bei uns. Brauchen wir das wirklich, Geräte die uns permanent abhören – oder verzichten wir lieber auf etwas Bequemlichkeit? Unterhaltung mit Siri mögen ja ganz amüsant sein, aber ich spreche lieber mit realen Menschen. Meine Meinung kennen Sie. Privates soll zuhause bleiben. Ich schalte deshalb Sprachassistenten grundsätzlich aus. Übrigens nutze ich lokale Sprachsteuerung und Spracheingabe seit einem Jahrzehnt und es hat mir viel Tippen erspart, aber ich nutze sie eben nur, wann ich will. Die Frage für jeden von uns bleibt: Verzichten wir auf Bequemlichkeit für einen besseren Schutz unserer Daten für mehr Sicherheit in unseren Wohnungen?